Gymnasium Marianum

16.02.2017

Du und ich und andere - Bilder von Menschen

Die Fotos der Gruppenaufnahmen: Neue Westfälische

 

Ausstellung von Schülerarbeiten verschiedener Jahrgänge, enstanden im Kunstunterricht des letzten Jahres

Mit dem Thema „Menschenbilder“ werden unsere SchülerInnen im Kunstunterricht im Rahmen von Kulturgymnasium und Schule der Zukunft von der Klasse 5 bis zur Oberstufe herausgefordert. Zu Beginn ihrer schulischen Laufbahn stellen sie sich mit einem Selbstporträt vor, indem sie großformatig mit Wasserfarben arbeiten. Für den Betrachter erschließt sich dabei auf eindrucksvolle Weise die intuitive und kreative Ausdruckskraft des Selbstbildes der jungen Schülerinnen und Schüler. Während sie noch sehr „aus dem Bauch“ arbeiten, haben die Schüler der höheren Klassen das Bedürfnis nach größerer Abbildhaftigkeit. Persönliche Reflexionen der SchülerInnen zu ihren eigenen Wesenszügen prägen diese Darstellungen. Sie üben und vervollkommnen nun ihre Fähigkeiten in der zweidimensionalen Darstellung von Proportionen und Details des menschlichen Körpers und Kopfes. In der Oberstufe bietet sich ein zunehmend freier Umgang mit dem Thema an, der von naturalistischer Darstellung bis zur abstrahierenden Gestaltung reicht. Charakter- und Wesenszüge werden als Bestandteil der Persönlichkeit durch die Farbgebung und die gezielte Kombination verschiedener freier Techniken in Szene gesetzt.

So lernen unsere SchülerInnen durch unterschiedliche Techniken und inhaltliche Schwerpunkte die Vielfalt der bildnerischen Möglichkeiten, Wirklichkeitskonstruktionen und individuellen Ausdrucksformen kennen. 

 

Eröffnungsansprache des Schulleiters Frank Scholle am 16.2.2017

Lieber Herr Meßthaler als Hausherr,

liebe Künstlerinnen und Künstler,

liebe Gäste,

aus mehreren Gründen freue ich mich sehr, dass es uns gelungen ist, heute diese Ausstellung an diesem Ort zu eröffnen:

1.) Weil ihr, liebe Künstlerinnen und Künstler hierdurch eine besondere Wertschätzung erfahrt.

2.) Weil auch alle Kunstlehrkräfte unserer Schule ebenfalls mit Stolz auf die Ergebnisse der eigenen pädagogischen Arbeit blicken können.

3.) Weil die fast genau vor einem Jahr am 1.2.2016 geschlossene Kooperation zwischen dem Gymnasium Marianum und dem Helios Klinikum durch diesen neuen Baustein -auch wenn er ursprünglich gar nicht im Kooperationsvertrag steht- mit weiterem Leben gefüllt wird und

4.) weil der Flur ganz einfach richtig schön aussieht und sich i.w.S. sehen lassen kann, denn die Produkte, die unsere Schülerinnen und Schüler hier geschaffen haben, sind wirklich mehr als gelungen und das sage ich mit umso größerer Bewunderung als meine eigenen künstlerisch-praktischen Kompetenzen als Schüler doch eher bescheiden waren.

Ich danke dementsprechend den Künstlerinnen und Künstlern, den betreuenden Lehrkräften und v.a. natürlich Ihnen, Herr Meßthaler, dass Sie uns diesen schönen hellen und gut frequentierten Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt haben.

Das Thema der Ausstellung könnte klassischer und passender nicht sein.

Klassisch, weil die Darstellung des Menschen von frühster Zeit zu den primären Bereichen künstlerischer Darstellung gehört –gleichgültig ob als Selbst- oder Fremdportrait, als reales Abbild eines existierenden Menschen oder Idealbild i.S. ästhetischer Norm.

 

 

Denken wir an die steinzeitlichen Wandmalereien in der Höhle von Lascaux , das Idealbild menschlicher Ästhetik in der griechischen Klassik, das neue Selbstbewusstsein der Renaissance-Malerei und das revolutionär durchbrochene Menschenbild des Expressionismus, der auch in diesem Bereich der großen Bandbreite anatomischer Darstellungsformen bis heute die Bahn gebrochen hat, in die Ihr euch, liebe Künstlerinnen und Künstler, hier mit euren Werken in großer Bandbreite gelungen einreiht.

Das Thema der Ausstellung könnte aber auch nicht passender sein, denn -sehr geehrter Herr Meßthaler- unsere beiden Institutionen rücken den Menschen in das Zentrum unseres Interesses und unserer Arbeit.

Sie unter dem Aspekt der Gesundheit, des Gesundwerdens und -bleibens, wir unter dem Aspekt der Bildung der uns anvertrauten kleinen und großen Menschen mit allen Facetten, die man diesem Begriff subsumiert.

Eine dieser Bildungs-Facetten stellt die Kunst dar, die Ästhetik, die aktive Auseinandersetzung mit Kultur. Und als Schulleiter eines Kulturgymnasiums, das die Kompetenzen seiner Schülerinnen und Schüler auch in diesem Bereich nicht nur fördert, sondern auch entsprechend wertschätzt, freut es mich umso mehr, dieser Wertschätzung mit dieser Ausstellung i.w.S. „Raum geboten“ zu bekommen.

Ich wünsche der Ausstellung viele Besucher, die bewusst hinschauen, und viele positive Rückmeldungen und hoffe, dass unsere Bilder den Menschen, die sich im Krankenhaus aufhalten, den ein oder anderen positiven Lichtblick im Alltag vermitteln können.