Gymnasium Marianum

Vom Stein zum Kunstwerk

Ein Kunstprojekt in den Osterferien für begabte Schüler vom Kreis Höxter

In der ersten Osterferienwoche hieß der Bildhauer und Restaurator Rafael J. Strauch drei Schülerinnen und Schüler des Brede-Gymnasiums und vier Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Marianum willkommen, drei Tage lang Erfahrungen im Bildhauerhandwerk zu sammeln und in ein professionelles Atelier zu blicken.

Nachdem Rafael J. Strauch seinen Weg zum erfolgreichen Restaurator und Künstler schilderte und seine eigenen aktuellen Tätigkeiten und Werke, die nicht nur im Atelier, sondern auch im ganzen Dorf Helmern verteilt sind, gezeigt hatte, durften wir auch schon direkt damit beginnen, Ideen für unsere späteren Speckstein-Skulpturen zu sammeln. Dafür setzten wir Schüler uns in sein gemütliches Arbeitszimmer und ließen uns von den zur Verfügung gestellten Gegenständen und der Umgebung inspirieren.

Der gesamte erste Tag diente dazu zunächst ein Konzept zu entwickeln und dieses gut und ausführlich festzuhalten. Es wurden zahlreiche Bleistiftskizzen für einen großformatigen Entwurf angefertigt. Mit Plastelin, eine weiche und im Gegensatz zu Ton warm zu haltende Knetmasse, formten wir ein genaues, maßstabgetreues Modell unserer noch in den Gedanken existierenden Plastiken. Über Nacht wurden die detailliert ausgeführten Modelle zum Härten gekühlt und mit einer Kautschukschicht überzogen. Diese Kautschukschicht diente dazu ein Förmchen aus Kautschuk zu erstellen, womit man das Modell beliebig oft vervielfachen kann. Wir erstellen mit selbst angerührten, weißen Gips Abgüsse, die nur ca. 20 min zum Trocknen brauchen.  Somit hatten wir schon einige fertige und gute Darstellungen und brauchten daher nicht so enttäuscht sein, falls man mit der Bearbeitung des Specksteins nicht fertig wurde, oder mit der Umsetzung nicht zufrieden war. Nachher kam uns noch die Idee, dass man in diesen unzerstörbaren Förmchen auch Schokoladenabgüsse anfertigen könnte, um diese weiter zu verschenken.

Nach der Anfertigung von Gipsabdrücken ging es sofort daran einen geeigneten Speckstein auszuwählen und ihn zu bearbeiten. Da jede Plastik anders aussah, musste auch jeder von uns anders vorgehen den Stein zu bearbeiten. Um eine Vollplastik zu kreieren, mussten manche zum Beispiel viele große Steinstücke absägen. Andere konnten sofort anfangen mit unterschiedlichen Eisen, Formen und Konturen aus den Stein herauszuschnitzen. Doch für alle galt: Erst das Grobe wegschleifen und dann Einzelheiten hinzufügen.
Jeder musste sich, trotz der Angst zu viel vom Stein wegzuschlagen, dazu überwinden, tiefer in den Stein einzudringen, damit die Plastik auch Dimension bekommt. Und wurde mal eine Situation zu knifflig, dann half uns Rafael mit ein paar eleganten Zügen der Skulptur wieder Form zu geben.
Mit motivierender Musik und guter Gesellschaft waren die folgenden Schmerzen in den Armen und Händen schnell vergessen - die Zeit leider auch.
Bis zum Schluss haben sich die Anstrengungen und das Risiko gelohnt, denn jeder war mit seinem Werk zufrieden. Auch Markus Schulte, der das Angebot ins Leben gerufen hat und auch für die nächsten Jahre weiterführen wird, war von den Ergebnissen begeistert. Nun werden die Kunstwerke gut aufbewahrt und warten darauf im Juni ausgestellt zu werden.

Dana Panahi  (LK Kunst/Q2 Gymnasium Marianum)

Foto: Neue Westfälische