Gymnasium Marianum

Pisa, Pasta und Florenz

Die Toskana. Sie wird häufig mit verfallenen Steinhäusern inmitten von Weinfeldern verbunden. Wir hatten die Möglichkeit herauszufinden, ob das nur Klischee oder Realität ist.

Am 07. Juli 2017 versammelte sich die vergleichsweise kleine Jahrgangsstufe Q1 des Gymnasium Marianum um 22:00 Uhr am Schützenplatz, um gen Süden aufzubrechen. Als der Bus mit ein paar Minuten Verspätung eintraf, suchten sich die Schüler ihre Plätze und machten es sich gemütlich, um während der Nachtfahrt ein bisschen schlafen zu können.

Als man am nächsten Morgen aufwachte, hatte man bereits zwei Pausen und einen Fahrerwechsel hinter sich, war in der Schweiz und näherte sich der Grenze zu Italien. Bei der letzten Rast vor Italien konnten sich die Schüler an einer Gaststätte ihr Frühstück kaufen, in der man auch schon das eine oder andere italienische Wort hören konnte.

Mittlerweile war es schon zwölf Uhr mittags; vierzehn Stunden Fahrt hatte man schon hinter sich. Nun fuhr man weitere vier Stunden durch die Hitze Italiens in die Toskana, genauer gesagt nach Montecatini Therme.

In der kleinen italienischen Kurstadt wurden zuerst die Zimmer im Hotel „Buenos Aires“ bezogen. Zum Abendessen gab es  – natürlich – Pasta. Das sollte sich in der Woche noch häufig wiederholen. Die Vorliebe der Italiener für Nudeln war in unserem Hotel doch zu verifizieren. Es gab jeden Abend eine kleine Pasta-Variante als Vorspeise, das Hauptgericht und noch einen kleinen Nachtisch. Am Abend unserer Ankunft führten uns die begleitenden Lehrer, die Jahrgangsstufenleiter Herr Caballero und Herr Frenzel sowie Frau Laumann und Frau Raßmann durch die Kleinstadt.

Am nächsten Tag fuhren wir nach San Gimignano, wo wir keine Stadtführung hatten, sondern in Gruppen die Stadt besichtigen konnten, die mit ihrem mittelalterlichen Charme überzeugte. Außerdem konnte man hier das beste Eis der Welt essen. Gerade die Auto-lose Innenstadt und die letzten der hohen Geschlechtertürme, sorgten dafür, dass in der Stadt eine Atmosphäre entstand, die aus dem letzten Jahrhundert stammen könnte. Altehrwürdige Gebäude und inmitten derer entspannte Italiener.

Noch am selben Tag besuchten wir Siena. Dort wurden wir 1 ½ Stunden durch die Stadt geführt, welche durch ihre Architektur sehr viel Symbolik vermittelte. Hierzu sagte der Stadtführer, dass man sehr gut aus der Architektur der Stadt lesen könne. So stehen zum Beispiel die Fundamente des Rathauses und des Domes auf einer Ebene, sodass die geistige sich nicht der weltlichen Macht überstellt (oder umgekehrt). Aber gleichzeitig steht das Rathaus unter dem Marktplatz, welcher abschüssig ist. An der tiefsten Stelle steht das Rathaus, sodass das Volk, das Bürgertum über den Politikern steht. Außerdem wird auf dem Marktplatz ein berühmtes Pferderennen ausgetragen, in dem die verschiedenen Stadtteile von Siena je einen Reiter stellen.

Am nächsten Tag stand ein ganztägiger Ausflug nach Florenz auf dem Programm. Unsere Stadtführung verkürzte sich leider aufgrund eines Missverständnisses zwischen dem Navi und der Realität etwas, aber wir hatten nachher auch wieder in Gruppen die Chance, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Natürlich frequentierten viele Schüler das Hard Rock Café, aber auch die mittelalterliche Markthalle wurde aufgesucht und das eine oder andere Andenken gekauft. Der Einfluss der Medici Familie war immer noch deutlich zu spüren. Dies zeigte das Rathaus, eine Halle mit Statuen und einige Wege, die eigens für die Medicis angelegt wurden und deren Privatgänge waren, bis die Familie fiel und sie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurden.

Der Mittwoch stand den Schülern individuell zur freien Verfügung. Es gab eine Gruppe, die zusammen mit Frau Laumann und Frau Raßmann erneut Florenz mit dem Zug aufsuchte, eine andere fuhr, ebenfalls mit dem Zug, nach Viareggio an den Strand und die restlichen Schüler blieben in Montecatini Therme, um mit der Seilbahn der Stadt nach Montecatini Alto zu fahren. Es war für uns deutsche Schüler immerhin etwas Vertrautes, dass der italienische Zug nach Viareggio Verspätung hatte.

Am Donnerstag fuhren wir am Vormittag nach Pisa, um den berühmten schiefen Turm zu sehen. Es waren noch mehr Touristen da als vermutet, trotzdem konnten viele eines der bekannten Fotos machen, auf denen man den schiefen Turm je nach Winkel aufhält oder umstürzt.

In einer Führung wurden uns auch die Taufkirche und der Dom gezeigt, die auch beide sehr beeindruckend waren.

Wichtig zu erwähnen ist, dass der „Platz der Wunder“ symbolisch angelegt ist. Es soll den Verlauf eines Christenmenschen zeigen, mit der Taufkirche zu Beginn, dem Dom in der Mitte und dem Glockenturm im Osten, dem Sonnenaufgang entgegen. Der Friedhof liegt im Norden, dort wo die Sonne nicht hinkommt. „So kalt wie der Tod“, wie unsere Stadtführerin sagte.

Am Nachmittag besuchten wir dann Lucca. Hier hatten wir keine Führung, sondern konnten die Stadt wieder in Gruppen erkunden. Die Stadt fiel durch ihre beeindruckende Stadtmauer auf, die noch vollständig erhalten und auf deren Hängen und Wällen ein schöner Stadtpark entstanden ist.

 

Den Abend verbrachten wir mit einer Weinprobe auf dem Weingut „Il Poggio“. Nebenbei wurde auch das Abendessen eingenommen, es bestand hauptsächlich aus Fleisch, sodass Atmosphäre wie beim Grillen entstand. Der Abend verlief sehr gesellig und der eine oder andere Schüler (und Lehrer) hat sich im Laden des Weingutes einen guten Wein für Deutschland gekauft.

Am Tag der Abreise packten wir unsere Koffer, durften diese bis zur Abreise um 14:00 Uhr im Hotel stehen lassen und fuhren dann mit einem italienischen Bus nach Vinci, um die Geburtsstadt von Leonardo da Vinci und sein Geburtshaus zu besichtigen.

Es fiel auf, dass die Landschaft anders war, als wir sie kennen gelernt hatten. Sie war wie eine zweite Toskana, wie unsere Stadtführerin uns erzählte. Der Ort und die ganze Gegend ist vom Massentourismus verschont geblieben. Daher schien hier alles viel natürlicher. 

Um 13:00 Uhr waren wir dann wieder in Montecatini Therme. Wir kauften uns Proviant für die Rückfahrt und bestiegen dann um zwei Uhr den Bus, um wieder 18 Stunden nach Hause zu fahren.

In Warburg wurden wir am Schützenplatz von Frau Kost, die uns die Zeugnisse brachte, und auch schon von vielen Eltern in Empfang genommen.

Insgesamt war es eine sehr schöne Fahrt. Wir haben viel gesehen und sicher auch einiges gelernt.

 

Von Johannes Baptist Krumpipe