Erfahrungsbericht zu Teilnahme am G7 Gipfel im HPZ St Laurentius Warburg


Am Mittwoch, dem 03. April 2019, besuchten einige Schüler aus dem SoWi-Kurs von Herr Schöndorf im Laurentius-Heim in Warburg eine Veranstaltung über den G7-Gipfel.

Wir beschäftigten uns dabei mit dem Thema Partizipation und sozialer Dialog.  Geleitet wurde die Stunde von Giulia, sie hat ihren Studiengang in Politikwissenschaften abgeschlossen und konnte uns sehr kompetent an das Thema Partizipation heranführen.

Die Veranstaltung begann nach einem für uns vorbereiteten Buffett damit, dass drei Plakate aufgehängt wurden, mit folgenden Fragestellungen:

Wie oft hast du schon an Demonstrationen teilgenommen?

EU-Wahlen ab...

Wo bist du aktiv?

Aus diesen Fragen entstanden einige Diskussionen, wie zum Beispiel darüber, ob es sinnvoll ist, Jugendliche ab 16 Jahren wählen zu lassen. Hier fiel das Argument, dass man in diesem Alter reif genug sei und sich auch in jungem Alter mit Politik beschäftigen und auseinandersetzen könne.

Ein Argument, warum man erst ab 22 Jahren wählen dürfen sollte, war andererseits, dass man erst die nötige Lebenserfahrung sammeln müsse und in jungem Alter sich noch zu sehr von Eltern und anderen Erwachsenen beeinflussen lasse.

Bei dem Plakat „Wo bist du aktiv?“ ließ sich feststellen, dass keiner aus unserer aus ca. 20 Schülern bestehenden Runde im Umweltschutz aktiv ist. Hingegen wirkt aber fast jeder in Sportvereinen mit, woraufhin Impulse gegeben wurden, was Sport mit Politik zu tun haben kann.

Darauf folgte eine Aufgabe, bei welcher zunächst 10 Bilder ausgeteilt wurden. Wir teilten uns in 3er- bis 4er-Gruppen ein und sortierten die Bilder danach, wo wir selbst mitwirken und dabei auch etwas beeinflussen können.  Die Bilder zeigten die Themen Wählen, Konsum, Ehrenamtliche Arbeit, Demonstrationen/Streik, Hausbesetzung, Leserbriefe, Beratungsgespräch sowie Petitionen.

Dabei ergab sich, dass jede Gruppe Wählen und Petitionen auf den obersten Plätzen einsortiert hatte, da hier mit wenig Aufwand und durch das Internet viel bewirkt werden kann. Leserbriefe erhielten dagegen bei allen eine sehr niedrige Platzierung.

Als ein Beispiel für Partizipation mit viel Aufwand und wenig Wirkung wurde der Hambacher Wald genannt. Jedoch kommt hinzu, dass dies eine illegale Form der Partizipation ist.

Im Anschluss behandelten wir das Thema Konsum. Dies stand, wie wir schnell feststellten, im direkten Zusammenhang mit Partizipation, denn der Markt kann durch das Angebot-und-Nachfrage-Prinzip direkt vom Verbraucher beeinflusst werden. Dabei spielen vor allem Bioprodukte eine Rolle, die durch erhöhte Nachfrage in großer Vielfalt zu finden sind. Eine nachhaltige Lebensweise entwickelt sich zum neuen Trend und viele erhoffen sich dadurch einen Beitrag zum Umweltschutz. Papierstrohhalme als Alternative zur Plastikvariante, da ab 2021 Plastikprodukte wie Strohhalme verboten werden, sind sehr gefragt. Die dadurch steil in die Höhe schnellende Produktion dieser Produkte ist eine Folge des Kaufverhaltens und resultiert damit aus der Partizipation der Bürger als Verbraucher.

Als direkte Anlaufstelle für soziales Engagement wurde nun über die YoungCaritas gesprochen. Hier spielen soziale Gerechtigkeit und nachhaltiges Leben eine wichtige Rolle und vereinen Umweltschutz und Soziales unter dem Schirm der Europäischen Union, die sich hier eine Platform geschaffen hat.

In diesem Zusammenhang sprachen wir auch darüber, wie man als einzelne Person außerhalb großer Organisationen in der Politik etwas bewirken kann. Zentrales Beispiel hierfür ist FridaysForFuture und das Engagement Greta Thunbergs, die durch ihren Einsatz als Einzelne eine internationale Bewegung ins Leben gerufen hat.

Was geschieht, wenn sich die junge Generation nicht partizipatorisch an den Geschehen der Gesellschaft beteiligt, zeigen mehr oder weniger aktuelle Ereignisse in Großbritannien. Nur 36% der Engländer haben an den Brexit-Wahlen teilgenommen, davon waren 85% der Wähler über 65 Jahre alt. Die ältere Generation eines Landes hat für die jüngere Generation entschieden, obwohl diese letztlich die Betroffenen sind. Hier sieht man deutlich die Verbindungen zu den vorangegangenen Unterrichtsstunden. Die Interessen Großbritanniens, die Inflation auf den höchsten Wert seit fünf Jahren zu treiben und den Zugang zum EU-Binnenmarkt zu erhalten, sind Interessen der älteren Generation, die nur höchstens kurzfristig positive Auswirkungen haben können.

In diesem Zusammenhang behandelten wir also die Fragestellung, wie man dafür sorgen kann, dass mehr jüngere Menschen wählen.

Mögliche Antworten sind die folgenden.

Zum einen ist mehr Identifikation für die jungen Menschen mit den politischen Geschehnissen von Nöten. Politik muss auch unsere Platformen, wie zum Beispiel soziale Medien, nutzen und sich nicht nur auf Zeitungen beschränken. Jugendliche sollten plakativ dargestellt werden, um sich auch in der Öffentlichkeit wiederzuerkennen. Und zuletzt sollte man auch in unserer Jugendsprache informieren und nicht nur das gestochene, formale Deutsch verwenden.

Zum Abschluss wurde uns eine letzte Frage gestellt. Wie lernen wir die EU kennen und was tut sie, damit wir partizipieren?

Zum einen hat die EU dafür das Erasmus-Programm erschaffen, ein Förderprogramm für Schüler und Studenten, damit wir aktiv an den Projekten der EU teilnehmen.

Zum anderen gibt es die Europäische Beschwerdestelle, um Frustrationen geordnet und konstruktiv eine Anlaufstelle zu bieten.

Und zuletzt ist ehrenamtliche Arbeit in der Jugend in Aktion – Organisation möglich, über die sich für die Umsetzung von Projekten direkt bei der EU beworben werden kann.

Der Tag stellte sich als sehr informativ heraus und hat sicherlich vielen neue Möglichkeiten seiner privaten Beschäftigung aufgezeigt. Damit die EU jedoch endgültig in unseren Alltag eintaucht, ist meiner Ansicht nach aber unbedingt nötig, vor allem in unseren Schulalltag einzudringen, denn hier werden die meisten Meinungen gebildet und nirgends findet die EU mehr junge Leute. 

Von Emily Eichenberg

Schülerinnen des Pädagogik-Kurses zeigen soziales Engagement


In Kooperation mit Katja Walther von der Youngcaritas haben Schülerinnen der Jahrgangsstufe EF Aktionen entwickelt, um Menschen zu unterstützen.

Die Youngcaritas gehört zum Wohlfahrtsverband der Caritas und unterstützt unter anderem Projekte zu den Themen Altenhilfe, Flucht, Solidarität, Nachhaltigkeit und Begegnung. 

Mit Hilfe der Impulse von Frau Walther entstanden in einer Ideenschmiede im Pädagogikunterricht von Frau Vieth vier Projekte, die die Teilnehmerinnen zu verschiedenen Orten führten: In Seniorenheime, einen Kindertreff und eine Flüchtlingsunterkunft. Ziel war es, Jugendliche sowohl für soziale Belange zu begeistern, als auch das im Kurs erlernte Wissen im außerschulischen Bereich praktisch anzuwenden und neue Erkenntnisse in den Unterricht zurück zu führen. „Das ist den Schülerinnen auf beeindruckende Art und Weise gelungen“, resümiert die Fachlehrerin.

Miriam Herzog, Anna Willeke, Vanessa Riedinger und Milena Köring arbeiteten in ihrem Projekt mit 20 Kindern im Alter zwischen fünf und zehn Jahren im Rahmen der kirchlichen Jugendarbeit im Germeter Pfarrheim. In Anlehnung an die Unterrichtsreihe zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ luden sie zum Upcycling-Nachmittag ein und bastelten mit den Jungen und Mädchen tolle Dekoartikel aus Müll wie zum Beispiel Milchkartons. „Außerdem unterhielten wir uns mit den Kindern auch darüber, wie wir Müll vermeiden können und warum Plastikmüll so schlecht für die Umwelt ist“, berichtet Milena Köring.

Lena Koch und Alisa Reuter besuchten Senioren im Seniorenheim Haus Phöbe und arbeiteten mit einzelnen Senioren biographisch. „Wir tauschten Fotoalben aus und sprachen über besondere Erlebnisse. Eine sehr emotionale Erfahrung“, erzählt Lena Koch. Vor und nach den Begegnungen mit den älteren Menschen gab es für Lena und Alisa Gespräche mit der Einrichtungsleitung. „Wir wurden sehr professionell begleitet“, sind sich beide einig.

Den Kontakt zum Seniorenzentrum St. Johannes stellte die dritte Projektgruppe mit Julia Fuchs, Dana Thonemann, Diana Berendes und Sonja Kevenhörster über Sonjas Tante her. Die Jugendlichen brachten zum Besuch Kuchen mit und gestalteten einen Nachmittag mit Spielen und dem Singen alter Volkslieder. Dabei hatte diese Gruppe den Fokus auf Demenzerkrankungen und beschäftigte sich mit dem Ansatz validativer Kommunikation. Sonja Kevenhörster erklärt den Ansatz so: „Dabei ist es wichtig, die subjektive Wirklichkeit der Demenzerkrankten nicht zu verneinen, sondern anzunehmen, um die älteren Menschen nicht zu verunsichern. Denn sie leben in dieser eigenen Realität.“ Im Rahmen der Thematisierung von Beziehungsgestaltung in der Familie war diese neue Erkenntnis bereichernd für den Pädagogikunterricht.

Die Gruppe von Berfin Ilieri, Olivia Kardasiewicz und Angelika Friesen besuchte die Flüchtlingsunterkunft an der Bahnhofstraße in Warburg. Sie trafen sich hier mit 15 Kindern zwischen vier und zehn Jahren, spielten, malten und kamen auch ins Gespräch über Flucht und Ängste. Die Schülerinnen versuchten theoriegeleitet durch den demokratischen Erziehungsstil einen angenehmen Rahmen für die Kinder zu gestalten, innerhalb dessen diese selbst kreativ werden konnten. „Durch Sport und Spiel kann auf einfache Weise viel für die Integration von Kindern getan werden“, zog Berfin Ilieri ihr Fazit.

Alle Projektgruppen sind sich einig: Sie möchten weitermachen. Für einige gab es auch schon Anschlusstermine. Auch unser Schulleiter Frank Scholle zeigte sich bei der PowerPoint Präsentation der Projekte begeistert und freut sich auf weitere Kooperationsprojekte mit der Youngcaritas.

Von Teresa Vieth 

Bildquelle: www.warburgzumsonntag.de/startseite_artikel,-Schueler-entwickeln-Schluesselkompetenzen-_arid,651515.html